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Von Klasu Pesch, 06.11.10, 07:00h
Sie sind nicht unbedingt gern gesehen, dennoch schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Die Rede ist von Spielhallen, die in jüngster Zeit verstärkt in Industriegebieten auftauchen. Am Siemensring 6 soll ein Drogeriemarkt umgewandelt werden. KALL - Sie sind nicht unbedingt gern gesehen, dennoch schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Die Rede ist von Spielhallen, die in jüngster Zeit verstärkt in Industriegebieten auftauchen, weil hier die Mieten für solche Objekte geringer sind. Ein solches Vorhaben sorgte jetzt im Kaller Bauausschuss für Diskussionen.
Am Siemensring 6 im Gewerbegebiet Kall I wurde bislang ein Drogeriemarkt betrieben. Dieser soll nun in eine Spielhalle mit einer Gesamtfläche von 684 Quadratmetern umgewandelt werden. Dafür müssten gleich vier Konzessionen beantragt werden. Die Planungen sehen nämlich vor, dass insgesamt 48 Geldspielgeräte in der Halle aufgestellt werden. Nur ausnahmsweise zulässigDie Verwaltung stellte klar, dass Spielhallen in Gewerbegebieten nach der Baunutzungsverordnung nur ausnahmsweise zulässig seien. SPD und FDP schienen zunächst gewillt, das Vorhaben zu gestatten: Zwar sagte Erhard Sohn (SPD): "Im Zentralort wäre das problematisch." Doch neben der Gaststätte "Brauhaus" in der Hüttenstraße 65 sei ja schon eine Halle genehmigt. Rechtlich sei deshalb die Ablehnung einer weiteren Spielhalle eher schwierig. Bernd Klinkhammer (FDP) wollte ebenfalls zustimmen, um gleiche Voraussetzungen für den Antrag zu schaffen.
Toni Mießeler (CDU) hielt das für eine Fehleinschätzung. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde bereits früher einmal die Vergrößerung einer Spielhalle abgelehnt hatte. Jetzt werde erneut groß geplant. "Wir sind auch der Jugend verpflichtet", sagte er. Man müsse präventiv wirken und dürfe eine solche Entwicklung nicht auch noch fördern. Ekkehard Fiebrich (Grüne) sah es genauso. Er mutmaßte, dass möglicherweise Personen aus dem kriminellen Milieu angezogen würden. Laut Bauantrag soll es von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts Kunden-Verkehr geben. Das stelle ein Problem dar, weil im abgelegenen Industriegebiet die soziale Kontrolle fehle.
Bürgermeister Herbert Radermacher empfahl ebenfalls, die Genehmigung zu versagen. Möglicherweise könne aber der Kreis Euskirchen später das Vorhaben bewilligen. Sollte dieser zugunsten des Antragstellers entscheiden, so könne man den Kreis jedoch bitten, nicht die volle Größe zu genehmigen. Dem konnten SPD und FDP zustimmen, Toni Mießeler (CDU) zeigte jedoch harte Kante: Selbst eine solche Kompromissformel wollte er nicht mittragen. Trotzdem stimmten alle gegen die Spielhallenpläne
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